Lasten und Kosten

Jeder Wohnungseigentümer ist verpflichtet, die Lasten des Gemeinschaftseigentums sowie die Kosten von Instandhaltung, Instandsetzung, der sonstigen Verwaltung und eines gemeinschaftlichen Gebrauchs des Gemeinschaftseigentums zu tragen (§ 16 Abs. 2 WEG). Dabei geht das Gesetz zunächst von einer Verteilung der Kosten, die dem Verhältnis der einzelnen Miteigentumsanteile entspricht, aus. Von dieser Kostenverteilung können die Eigentümer jedoch durch Beschluss abweichen, soweit der gewählte Verteilungsmaßstab dem Grundsätzen ordnungsgemäßer Verwaltung entspricht.

 

 

Der Wirtschaftsplan ist der Haushaltsplan der Eigentümergemeinschaft. In ihm werden die voraussichtlich entstehenden Einnahmen und Ausgaben für die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums gegenübergestellt. Der Wirtschaftsplan soll gemäß § 28 Abs. 1 WEG vom Verwalter für jeweils ein Kalenderjahr aufgestellt werden. Der Wirtschaftsplan muss folgende Positionen enthalten:

 

  • voraussichtliche Einnahmen und Ausgaben bei der Verwaltung des Gemeinschaftseigentum
  • die anteilsmäßige Verpflichtung der Wohnungseigentümer zur Lasten- und Kostentragung
  • die Beitragsleistungen der Wohnungseigentümer an der vorgesehen Instandhaltungsrücklage

 

Auf Grundlage des Wirtschaftsplanes kann von den einzelnen Eigentümern die Zahlung eines Vorschusses für die voraussichtlichen Ausgaben verlangt werden. Voraussetzung dazu ist, dass der Wirtschaftsplan mit Stimmenmehrheit der Wohnungseigentümer beschlossen wurde.

 

Die Jahresabrechnung ist die turnusmäßige Abrechnung des Verwalters über die von ihm verwalteten gemeinschaftlichen Gelder Der Verwalter ist gemäß § 28 Abs. 3 WEG verpflichtet, nach Ablauf eines Kalenderjahres eine Abrechnung aufzustellen.

 

Die Jahresabrechnung muss eine geordnete Zusammenstellung aller tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben in dem betreffenden Kalenderjahr enthalten. Des Weiteren muss sie Angaben über alle Kontostände unter Angabe der Anfangs- und Endbestände enthalten. Außerdem muss in der Jahresabrechnung eine Aufteilung des Ergebnisses der Gesamtberechnung auf die einzelnen Wohnungseigentümer enthalten sein.

 

Über die Jahresabrechnung beschließen die Wohnungseigentümer ebenfalls durch Beschluss gemäß § 28 Abs. 5 WEG.

 

Die Sonderumlage ist eine Änderung oder Ergänzung des Wirtschaftsplanes und kann dann notwendig werden, wenn durch unvorhergesehen Ereignisse, die Vorschusszahlungen nicht ausreichend sind. Die Höhe der Sonderumlage hat sich dabei an den geschätzten Finanzbedarf zu orientieren.

 

Über die Erhebung einer Sonderumlage muss die Eigentümergemeinschaft ebenfalls im Beschlusswege entscheiden. Die Sonderumlage kann in einer einmaligen Zahlung der Wohnungseigentümer oder in einer Erhöhung der monatlichen Vorauszahlungen bestehen.